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Van Volxem

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Der weiße Ritter von der Saar

Prowein, fallstaff, ProWein-Special,  Seite 22-25, von Nikolas Rechenberg

Der „Winzer des Jahres 2012“ Roman Niewodniczanski hat wie der Ritter auf weißem Ross das Weingut Van Volxem aus seinem langen Dornröschenschlaf wachgeküsst. Irgendwo zwischen Ägypten und der Saar liegt das ehemalige Klosterweingut auf den Fundamenten einer römischen Hofanlage. In Ägypten? So heißt eine Straße im Städtchen Wiltingen, in deren Nähe sich Van Volxem befindet.

Van Volxem umgibt immer etwas Exotisches, der stilisierte Kompass auf dem Etikett weist die Richtung. Für die Übernahme bedurfte es Mut und Leidenschaft – und den Fleiß der Vorfahren. Um 1900 war Van Volxem ein Top-Weingut mit Spitzenpreisen, wie sie damals nur für Bordeaux und Champagner bezahlt wurden. Nach Kriegs- und Weingesetzwirren spielte das Gut, das einst dem flämischen Bierbrauer Gustav van Volxem gehörte, keine Rolle mehr. Roman Niewodniczanski erwarb das Weingut im Jahr 2000 und restaurierte es denkmalgerecht – der herrschaftliche Verkostungsraum erinnert ein wenig an das Bordelais, hat etwas vom Charme der Räumlichkeiten auf Château La Mission Haut-Brion. Niewodniczanski hat Van Volxem in den vergangenen Jahren um zahlreiche Spitzenlagen erweitert. Als ehemaliges Klosterweingut des Luxemburger Jesuiten verfügt es bereits seit dem führen 18. Jahrhundert über große Parzellen in besten Schiefersteillagen wie Scharzhofberger, Gottesfuß, Volz, Altenberg und Goldberg.

„Ohne den Fleiß meiner brauenden Vorfahren hätte ich es nicht aufbauen können, das habe ich meiner Familie zu verdanken“, sagt Niewodniczanski. Ein Kreis schließt sich: Seine Familie, das waren und sind wie der alte Van Volxem Bierbrauer, die als geschäftsführende Gesellschafter die Geschicke der Bitburger Brauerei maßgeblich …

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